Nachtrag: Vortragsreihe ethik-unterm-dach
Sarah Hillebrecht
Vita, Thema, Buchempfehlungen
Vita
Geb. 1971 in Delmenhorst, Deutschland
2000 – 2005: Studium Integriertes Design an der Hochschule für Künste Bremen bei Prof. Simon Obitz (interaktive Kommunikation) und Prof. Dr. Wolfgang Jonas (Designtheorie).
Abschluss als Diplom-Designerin mit der Note sehr gut.
Ab 2005: Lehrbeauftragte für Designtheorie an der HfK Bremen für das Fach Designtheorie mit dem Schwerpunkt Design und Ethik.
November 2007: Kurzzeitdozentur an der Helwan University Cairo.
Arbeitet als selbständige Designerin, Musikerin und Malerin in Bremerhaven.
Thema
„Ethische Designer gehen davon aus, dass ihre Mitmenschen überhaupt nicht in der Lage sind, sich richtig (oder sinnvoll) zu entscheiden. Deshalb wollen sie das Angebot einschränken und Ideen kindsgemäß vorsortieren. Man könnte das auch Zensur nennen.“ (Alex Cameron)
Wenn Design eigentlich alles ist, beziehungsweise alles Design sein kann, dann kommt man schnell zu der Frage, ob Design auch alles sein darf. Bei dieser Frage wird deutlich, dass uns neben allen gestalterischen Kriterien ein übergeordnetes System fehlt, um uns innerhalb der Designtätigkeit zu orientieren. Die Ethik als praktische oder auch angewandte Philiosphie bietet einen solchen Rahmen.
Ethik sucht auf methodischem Wege allgemeingültige Aussagen über das gute und gerechte Handeln. Sie bildet einen umfassenden Maßstab, die Frage nach dem Guten (Design) zu stellen. Es ist sehr umstritten, wie groß tatsächlich der Einfluss der DesignerInnen auf die Welt, die uns umgibt, ist. Dementsprechend unsicher sind wir, wie schwer die Verantwortung wiegt, die wir GestalterInnen daran tragen. Wenn auch diese Frage nicht zu beantworten ist, so können wir doch folgendes überlegen: Design wird im allgemeinen als ein Mittel angesehen, um Dinge, Artefakte, Konzepte und Kommunikation zu gestalten. Dies soll zu einer Optimierung, einer Verbesserung, führen. Es wird auch gesagt, Design sei ein Mittel zur Lösung von Problemen. Tatsächlich sehen wir uns heute aber in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht mit größeren Problemen als je zuvor konfrontiert.
Der Vortrag „Ethik im Design“ möchte deutlich machen, wie stark Ethik und Design miteinander verknüpft sind und dazu ermutigen, ethische Überlegungen in die Designtätigkeit miteinzubeziehen.
Buchempfehlungen
Alain Badiou
L’ethique 1998,
dts. Titel Ethik; Versuch über das Bewusstsein des Bösen
aus dem Französischen von Jürgen Brankel, 2001
Villém Flusser
Vom Stand der Dinge. Eine kleine Philosophie des Design
Hrsg. Fabian Wurm, Steidel Verlag, Göttingen 1993
Design und Ethik.
15. Designtheoretsches Kolloquium Burg Giebischstein
Hochschule für Kunst und Design Halle/Saale 1993/94
Globalisierung/Regionalisierung. Kritisches Potenzial zwischen zwei Polen
Internationales Forum für Gestaltung Ulm, Tagung 1998,
Anabas Verlag, Frankfurt/Main, 1998
Holzer Kobler Architekturen: (Hrsg.)
All We Need
Lars Müller Publishers 2007
Björn Küenzlen:
Designhelps. Design und Verantwortung
Merz Akademie, Hochschule für Gestaltung Stuttgart, 2007
Hans Jonas:
Das Prinzip Verantwortung: Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation (suhrkamp taschenbücher Allgemeine Reihe)
Insel Verlag Frankfurt/Main, 1979
Kulturelle Identität und Design. Internationales Forum für Gestaltung
Ulm, Tagung 1989, Ernst und Sohn Verlag Berlin, 1990
Victor Papanek:
Design for the Real World: Human Ecology and Social Change
New York, 1984
Peter Sloterdijk:
Regeln für den Menschenpark: Ein Antwortschreiben zu Heideggers Brief über den Humanismus (edition suhrkamp)
Edition Suhrkamp, Frankfurt/Main, 1999
Alex Steffen (Hrsg.):
World Changing. A User’s Guide For The 21st Century
Abrams, New York, 2006
John Thackara:
In the Bubble: Designing in a Complex World
Mit Press, 2005





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